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Faces & Spaces mit Stefan Batsch aka Skism

06.10.2009, 15.10

Stefan Skism Batsch by Robert Wunsch 00bLoRes 513x343 Faces & Spaces mit Stefan Batsch aka Skism

Faces & Spaces diesmal: Über den Wolken. Naja, fast. Wir waren zu Besuch im 20. Stock eines gigantischen Betonblocks irgendwo in der Grauzone zwischen Kreuzberg und Mitte. Was wir dort vorfanden? Einen optischen Kontrast der Extraklasse. Denn hinter grauer Mauerfassade versteckt sich ein kreativer Wohnraum, der Inspirationsquelle und Ruhepol zugleich ist: Die Wohnung von Stefan Batsch aka Skism.

Er ist fester Bestandteil der Ur-Berliner Skateboardszene, Dj, Mann der ersten Stunde beim Lodown Magazine, und so ganz nebenbei designt er auch noch Poster, Plattencover, Skateboards und Logos. Stefan Batsch, besser bekannt als Skism, ist wohl das, was man als  Normalsterblicher unter “Allround-Talent” versteht. Dass er einmal Grafikdesigner werden würde, dämmerte Stefans Eltern wohl eher als ihm selbt. Fahrräder, Matchboxautos, Jacken – alles wurde schon im Milchzahnalter stilgerecht customized. Als schon-immer-Berliner ist er Nachtschwärmer und Zwilichttänzer mit allem, was dazu gehört. Kurzum: Afterparty-Party-Gänger und Schallplatten-Dreh-Passionist mit Süßigkeiten-Sucht. Im Interview offenbart er uns seine Hassliebe zum Golfen und verrät, wo er sich mit stinkenden Russen und viel Vodka die Kälte schöntrinken würde.

Noch mehr Fotos und das ganze Interview gibt´s nach dem Jump!

ASV: Hi Stefan, was macht das Golfen?

Stefan: Spass. Ich hab vor einigen Wochen meinem Hirn verboten, sich länger als 2 Sekunden über einen Schlag aufzuregen. Ich bin eigentlich ein recht gechillter Typ, lass mich nicht so schnell aus der Fassung bringen und versuche weitestgehend alles mit Humor zu nehmen, aber beim Golfen kann man sich sehr sehr schnell aufregen. Da erschreck ich mich manchmal über mich selbst. Und kommt es dazu, kann man eigentlich gleich einpacken. Seit dem selbstauferlegten Verbot wird’s merklich besser. Ich spiel präziser, konstanter, nur beim kurzen Spiel hätt’ ich manchmal mit dem Billardqueue noch bessere Chancen.
Toller Sport. Kenne allerdings auch keinen anderen, bei dem Spass und Hass so nahe beieinander liegen. Pures Psychohobby. Ich liebe es. Ich hasse es.

ASV: Wann, wie und warum bist du Grafiker/Designer geworden ?

Stefan: Weil ich früh gemerkt habe, dass das meine Berufung zu sein scheint. Schon als kleines Kind wollte ich Dinge designen, schöner machen, habe meine Fahrräder und Matchboxautos customized, Shirts, Jacken und Hosen bemalt usw. – nicht immer zur Freude meiner Eltern. Das das mal mein Job werden würde, stand für mich schon zu einer Zeit fest, als meine Kumpels noch Pilot, Feuerwehrmann, Astronaut oder Stuntman werden wollten. Das “wann” ist also weit vor meinem Studium zu datieren. Es war logische Konsequenz, dass ich hier lande.

ASV: 5 Orte auf einer Weltreise – wo machst du Halt und warum?

Inseln faszinieren mich. Zu wissen, dass ich ringsherum nur von Wasser umgeben bin, ich mindestens ein Boot oder Flieger brauche, um hin- und wegzukommen, beruhigt mich ungemein und macht den Kopf erst richtig frei. Somit:

- Ozeanienrundreise: Fidji, Cook Islands, Tonga, Tahiti, Osterinseln usw. – Einfach nur wochenlang eierschaukeln, schnorcheln und Kokosnüsse mit der Stirn fangen. Auf jeden Fall auch mal einen Tag dahin:
Ball’s Pyramid – wahrscheinlich das surrealste Stück Erde. Staunen, wenn’s am Horizont erscheint, anlegen, hochklettern, runtergucken und abkacken.

- Irland & Schottland: Wahrscheinlich wird mich dort immer das verlässlich miese Wetter davon abhalten, mal hinzufahren, aber auf den ältesten Plätzen der Welt golf zu spielen, würde mich sehr reizen. Schroffe, an die Klippen gebaute Plätze, wo der Wind plötzlich Bälle verschluckt und mitnimmt – das hat bestimmt was.

- Patagonien – Heliboarding und Gletscherstaunen …solang da noch welche sind. Und ist man schon da unten, so sollten Buenos Aires und Montevideo auf der Rückflugzwischenstopliste stehen.

- Mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau über die Mongolei nach Peking – mit stinkenden Russen und viel Vodka die Kälte schöntrinken.

- Ibiza – Mit VIP-Pässen für alle Veranstaltungen, klar. Zwei Wochen psychonautisches Durchraven, knöcheltief im Wasser stehend auf den Afterhours tanzen, nur um dann zu merken, dass alles ans Berliner Feiern nicht mal ansatzweise herankommt.
Vielleicht aber auch das genaue Gegenteil: Tristan da Cunha – die abgelegendste bewohnte Insel der Welt. Dort einfach vergessen werden und darüber im Gegenzug all den überflüssigen Zivilisationsquatsch vergessen.

ASV: 5 Dinge die in einem Kühlschrank nicht fehlen dürfen…

Stefan: – Butter, Ersatzbutter (+ eine Sicherheitsbutter und versteckt eine VINotbutter für alle Fälle)
- Bier, Martini, Vodka
- italienische Salami, Südtiroler Bauernspeck, Käseplatte
- Den Gamle Fabrik Himbeerfruchtaufstrich
- mindestens 20 andere Sachen und ausreichend Sweeties
Ein voller Kühlschrank ist essenziell für mein Überleben. Ich hasse leere Kühlschränke und muss weinen, wenn ich welche öffne, in denen sich nur ein halbvolles Tetrapak vergorener Orangensaft, eine alte Zwiebel und sehr viel Leere befindet.

ASV: 5 Musik Alben die du heute noch auf CD kaufen würdest…

Stefan: Auf CD wohl nicht, aber auf Vinyl glatt nochmal:
- AC/DC – Dirty Deeds Done Dirt Cheap
- Metallica – Master of Puppets
- Underworld – Dubnobasswithmyheadman
- Paperclip People (Carl Craig) – The Secret Tapes of Dr. Eich
- False – 2007
Keine LP, aber unbezahlbarer Classic, der noch seinen Weg zu mir finden muss:
- Ginny – Can’t Be Serious

oops, beinahe vergessen:
- Miles Davis – Bitches Brew
- A Tribe Called Quest – Midnight Marauders
- Beastie Boys – Check Your Head
- Luke Vibert – Big Soup
- Plug – Drum’n'Bass for Papa
…reicht das oder soll ich noch 100 weitere aufzählen? Soll ich? Ich mach’s! Halt mich zurück!

ASV: 5 Dinge die du an Berlin liebst…

Stefan: – Dass man hier mit wenig Kohle sehr gediegen leben kann und hier (bis auf Meer, Berge, Palmen, ganzjährig warmes Klima) wirklich alles hat, was man braucht – inklusive hochrangigem (sub)kulturellen Überangebot.
- Dass es nach der Party immer noch eine Party danach gibt. Und eine darauffolgende.
- Der wunderbare Winter. Könnte liebend gern wesentlich länger sein – und noch ein wenig grauer, hässlicher, kälter, fieser.
- Die liebenswerteste Schnauze der Welt.
- Die Unaufgeregtheit der Berliner. Jeder kann machen was er/ sie will. Neben dir kann Brad Pitt im rosa Tutu und Dildo im Arsch im Handstand vorbeilaufen und die Leute schlürfen weiter ihren Mitte Lacchiato. Höchstens Touris und Neuberliner fangen sofort an, darüber zu twittern.

ASV: 5 Dinge die dich glücklich machen…

Stefan: – Musik und tanzen bei verdrehten Kurzurlauben auf zeit- und matrixentkoppelten Parties
- Skateboarding, Plattendrehen, Golfen, Snowboarding, weibliche Geschlechtsteile, Verbotenes, alles was den Kopf resettet
- meine Freunde und Freundin
- Sonnenstrahlen auf meiner Snufffilmsammlung
- die kleinen Dinge, wie sich paarende Insekten auf Klatschmohn

ASV: Wo treffen wir Stefan Batsch in 10 Jahren?

Stefan: Ziemlich sicher: in Berlin.

ASV: Wen würdest du gerne bei Faces N’ Spaces (so heisst diese Serie) sehen?

Stefan: Roberto Blanco, Guido Westerwelle’s Lover, Helge Schneider, Chris Haslam oder, wenn es hier nicht so furchtbar zynisch erscheinen würde: einen Penner vom Kotti.

Interview: David Fischer, Fotos: Robert Wunsch, Text: Nike van Dinther

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2 Kommentare
  1. TOLL…ABER FÜR WAS SIND DENN DIE BILLY BOY B²???
    SO…GROSS, JA?
    ICH BENUTZ DIE B½ UND DA IST NOCH ORDENTLICH LUFT…N BISSCHEN.
    -
    http://www.nachtbedarf.de/product_info.php?baID=1&paID=65278&products_id=1145

  2. SKISM:

    DU, DIE B2 BENUTZ ICH NUR ZUM FISTEN. WEISST SCHON, DAMIT DIE HÄNDE NICHT SO DRECKIG WERDEN.
    DAS BILD HABE ICH ENTFERNEN LASSEN – IM HINTERGRUND SAH MAN NOCH MEINEN GIMP AN DIE HEIZUNG GEKETTET. NICHT SO SCHÖN, DER SABBERT IMMER.

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