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Faces & Spaces mit Henrik “artoo” Kürschner

09.02.2010, 14.51

Faces & Spaces with Henrik "artoo" KŸrschner

Während in Berlin meterweise Eis und Schnee die Straßen bedeckten, gab es einen Berliner, den es in diesem Januar ans andere Ende der Welt verschlagen hat. Der Glückliche heißt Henrik Kürschner aka artoo aka Henne und es gab einen besonderen Grund für die Reise ins entfernte Australien: Ein zehntägiger Trip von Sydney nach Melbourne – die ganzen 1200 km auf Fixed-Gear-Bikes, Räder ohne Bremsen und Gangschaltung. Eine ganz schöne Herausforderung, selbst für ein Mulit-Talent wie Henne!

Aufgewachsen auf dem Skateboard, Wakeboard und Snowboard, kam der späte Umstieg auf zwei Räder eher zufällig zustande – wie im Leben von Henne schon so manches durch schicksalhafte Wendungen, Zufälle und spontane Entscheidungen seinen Lauf nahm. So ist er Grafik Designer, Journalist, Blogger, Fotograf und DJ, ein Autodidakt, der sich am liebsten alles selbst beibringt, was ihn interessiert. So wie auch das Designen und Sammeln von Toys – und ja, selbst Hello Kitty haben wir zwischen Skateboards und Büchern entdeckt!

Wir waren fasziniert von soviel Tatendrang und haben uns kurz vor seiner Fahrrad-Tour mal angeschaut, wie sich Hennes unzählige Interessen und Leidenschaften in seiner Wohnung wiederspiegeln. Fazit: Ein Haufen Sneakers, etliche Zeichnungen und Toys soweit das Auge reicht!

Im Interview verrät uns Henne, was Hiroshi Fujiwara damit zu tun hat, dass er jetzt nur noch Fahrrad fährt, was er an Berlin liebt und warum ein einfaches Lächeln reicht, um ihn glücklich zu machen.

Das ganze Interview und alle Bilder vom Hausbesuch bei Henrik Kürschner aka Artoo aka Henne gibt´s nach dem Jump!


ASV: Was macht die Fahrrad-Tour in Australian? Was steckt dahinter und wie kam es dazu?

Henne: Die Fahrradtour ist schon vorbei, zehn Tage von Sydney nach Melbourne, 1200 km, lang und hart aber am Ende dann doch wieder gut. Ein Freund hat mich im Dezember gefragt, ob ich dabei wäre nach Australien zu gehen im Januar und ich hab sofort Ja gesagt. Ich wusste, dass eine Chance, nach Australien zu gehen, nicht so schnell wieder kommt und nun bin ich schon die fünfte Woche hier, muss aber bald wieder zurück, weil mein Sohn am Montag wieder in die Schule muss und die Omas lange genug Vertretungsdienst hatten. Dahinter steckt eigentlich nichts, außer ein paar Freunde, die sich beweisen wollten, dass es geht, ohne Bremsen Berge hoch und runter zu fahren. Haben wir gemacht und es war gut. Mal wieder eine Erfahrung, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde.

ASV: Du bist schon seit Jahren in der Kunst-und Modeszene unterwegs. Was sind deine Lieblings-Brands und Lieblings-Künstler zur Zeit?

Henne: Je älter ich werde, desto klassischer wird mein Geschmack, obwohl ich schon immer auf Musik stand, die in Skaterkreisen nicht besonders populär war. Bei Musik wären das im Moment dann: Jamie Cullum, Phenomenal Handclap Band, Grizzly Bear, Breakbot, Cazals, Phoenix, the Rifles. Bei Künstlern habe ich auch eine andere Ansicht als die gerade gängige Meinung denke ich. Meine Künstler: Ron Mueck, Bill Sienkiewicz, David Choe, Ashley Wood, Mark Landwehr, Skism, Gilbert & George.

ASV: Du bist auch als Toy-Sammler bekannt, was man unschwer auf den Bildern sehen kann. Welche Toys wolltest du auf keinen Fall missen?

Henne: Das ist nich so einfach, weil ich zu den meisten Toys eine Geschichte habe, warum und woher ich die habe. Ich kann nicht nur eine mit auf eine Insel nehmen und die anderen zurück lassen. Alle oder keine, so sieht´s aus!

ASV: Henne = Fixed Gear Berlin. Wie kam es dazu und was fasziniert dich so an diesem noch relativ jungen Trend-Sport?

Henne: Ich war in Tokyo und habe ein Interview mit Hiroshi Fujiwara gemacht. Zu dieser Zeit war er voll auf dem Radtrip und meinte zu mir, lass uns doch mal kurz im Yoyogi Park zusammen Fahrrad fahren gehen. Ich war von der Idee zuerst nicht sonderlich begeistert, aber das hat mir dann doch sehr viel Spass gemacht und ich hab mir zurück in Berlin gleich bei Keirin ein eigenes Rad gekauft. Seitdem ist eine Menge passiert. Ich hab sogar mein Auto verkauft, weil ich damit überhaupt nicht mehr fahre und ich habe mit dem Rad mittlerweile mehr von der Welt gesehen als mit irgendeinem Auto zuvor. Für mich ist das auch mehr als ein Trend oder eine Trendsportart. Man wird eins mit einem Fahrzeug, das einen schnell durch die Stadt bringt und auch über lange Wege auf dem Land. Wenn man zu diesem Punkt kommt, dass man eins wird mit dem Rad, ist das unglaublich, das ist dann irgendwie wie ein erweiterter Teil von deinem Körper.

ASV: 5 Orte auf einer Weltreise – wo machst du Halt und warum?

Henne: Ich mache auf jeden Fall Halt da, wo ich Freunde habe. Da gibt es eine Menge Stationen, aber im Moment kann ich nur sagen, dass Australien auf jeden Fall besucht werden muss, für mich auf jeden Fall der meist unterschätzteste Kontinent auf der Welt. Ansonsten überall da, wo ich die Füße ins Meer halten kann.

ASV: 5 Dinge, die in einem Kühlschrank nicht fehlen dürfen…

Henne:
(1.) Volvic
(2.) Ein Liter Milch für den Kaffee
(3.) Gesalzene Butter von Lindner fürs Brot
(4.) Frische Eier
(5.) Frühlingszwiebeln….

ASV: 5 Platten, die du jedem ans Herz legen würdest?

Henne:
(1.) Shuggie Otis: Inspiration Information
(2.) The Go! Team: Thunder Lightning Strike
(3.) The Isley Brothers: The Essential Isley Brothers
(4.) The Style Council: The Collection
(5.) Lloyd Cole & the Commotions: Rattlesnakes

ASV: 5 Dinge, die du an Berlin liebst…

Henne: Berlin ist meine Stadt. Ich liebe alles an ihr. Es ist die großartigste Stadt der Welt, besser als alle anderen. Fünf Dinge, die ich besonders mag:
(1.) Sommernächte in Berlin
(2.) Auflegen, wenn meine Freunde dazu Tanzen
(3.) Berlin Tegel, wenn man nach langer Zeit nach Hause kommt
(4.) Wenn Felix Kaffe im Keirin macht
(5.) Der erste Tag an dem man wieder Shorts anziehen kann und alle ein Lächeln auf dem Gesicht haben in der Stadt.

ASV: Was macht Henrik Kürschner glücklich?

Henne: Sonne, eine bisschen Rückenwind und wenn man ein Lächeln bekommt, einfach so. Es sind immer die kleinen Dinge im Leben!

ASV: Was bringt Henrik Kürschner auf die Palme?

Henne: Nicht viel, ich bin eigentlich recht ausgeglichen glaube ich, aber manchmal nervt’s mich, wenn ich zwanzig Minuten meine Schlüssel suche und dann merke, dass die schon in der Tasche sind, in die ich zuvor tausendmal reingeschaut habe. Unehrlichkeit nervt mich kolossal und wenn Leute Sachen versprechen, auf die man sich dann doch nicht verlassen kann -  passiert, aber es nervt auch unendlich.

ASV: Was machst du als erstes, wenn du morgens aufstehst?

Henne: Seit neuestem zuerst mal einen Kaffee. Dann den Rechner an und die Post holen, den Spiegel lesen und in aller Ruhe weitersehen.

ASV: Wo treffen wir Henrik Kürschner  in 10 Jahren?

Henne: Auf Welttournee, immernoch.

ASV: Wen würdest du gerne bei Faces N’ Spaces sehen?

Henne: Meine Eltern.

Danke Henne!

Wer mehr von Henrik Kürschner aka artoo aka Henne erfahren möchte, checkt seinen Blog auf hypebeast.com.

Fotos: Robert Wunsch, Text: Elisa Rohe

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8 Kommentare
  1. Schöne Antworten. Puh Henrik, wat für ne chaotische Wohnung :-)

  2. Felix:

    …und ich liebe es wenn Henne zum Cappuccino trinken komt!

    X

  3. aber sein sohn mußte bestimmt als strafarbeit die wohnung aufräumen….

  4. SKISM:

    ICH BIN EINE STINKNORMALE GRAFIKHURE, KEIN “KÜNSTLER”. NEINNEINNEIN! ZWISCHEN DIESEN NAMEN ZU STEHEN LÄSST MICH AMÖBENHAFT KLEIN MIT HUT WERDEN (UNTER WELCHEM SICH ABER EINE AMÖBE ÜBER DIESE EHRUNG FREUT).

  5. [...] see it here [...]

  6. :)

  7. molly luft:

    ÜBERGEIL!

  8. Gina:

    You got an appartment, that is unbelievable! Who pays for that? Volvic or your wanker friends at Keirin?

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