Faces & Spaces mit Oliver Rother


DSC030237 513x342 Faces & Spaces mit Oliver Rother

Die Baambi-Lounge, die Bar Lining, das Restaurant ‚Neu’, der Club Relais, Voltaire 5. Erstklassige Adressen in der berliner Gastronomie- und Clubszene, für erstklassige Drinks, erstklassiges Essen und nicht minder guten Sound, in tollen Locations. Berliner Institutionen. Projekte des Gastronom’ und Machers Oliver Rother. Ohne ihn wäre Berlin wohl ein ganzes Stück langweiliger. Und unkulinarischer.

Angefangen hat diese Karriere 2002. Zusammen mit Hardy Reinhardt wird die Baambi-Lounge ins Leben gerufen, als Gastparty im ehemaligen WMF und Cafe Moskau. Und da das Berliner Nachtleben das ist, was es ist und meist auch erst nachts beginnt, kommt bald das Lining in der Auguststraße hinzu. Eine weiße Lederliegenwiese in Wohnzimmeratmosphäre, zum Auftanken. Für die Party vor der Party. Als neue Behausung für die Baambi-Lounge folgt das Relais. Im ehemaligen Erlebnisrestaurant Arctic Palace, in der Köpenicker Straße, in Kreuzberg. Das Neu findet seine Behausung an der Oranienburgerstraße, in den Heckmannhöfen, mit nicht nur fabelhaftem Essen, sondern einem einzigartigem Gesamtkonzept, welches Design, Kunst und eben fabelhaftes Essen miteinander verbindet. Alles aus Leidenschaft für eben solches, gute Drinks, gute Musik und „Designkram“, baut sich der sprudelnde Quell dieser Konzepte Oliver, sein Gastro-Imperium auf. Und wie es sich gehört, war auch diese Erfolgsgeschichte nicht geplant. Sondern mit einem abgeschlossenen Lehramtsstudium für Sport und Geographie ein doch gänzlich anderer Weg gedacht.

Zum Glück kam es anders. Und geht weiter. In der Voltairestraße 5, in Berlin-Mitte. „In Progress“ heißt es dort noch. Mit neuem Team, neuer Gastro, optimiertem Sound und neuem Lichtkonzept wurde jedoch bereits eingeweiht. Am 20. Mai 2010, mit der Baambi-Lounge. Spektakuläres Comeback und Einweihung ihrer neuen Homebase. Für das Tagesprogramm ab heute mit WM-Lounge, für gepflegtes Public Viewing.

Sehr gepflegt ist es auch bei Oliver und seiner Freundin zu Hause. Und technisch ausgestattet. Eben gemacht für einen bekennenden TV-Junkie. Über sonstige Leidenschaften, seine koreanischen Wurzeln, Design, Wein und Leberwurst, haben wir mit ihm gesprochen.

Sei zu Gast bei Oliver Rother, nach dem Jump…

Wie bist du von einem Studium zum Lehrer, zur Gastronomie gekommen und Club Besitzer geworden?

Gute Frage, warum tue ich mir eigentlich den Stress an? Weiß nicht genau, muss irgendwie in mir stecken. Lehrer Dasein hat mir immer gefallen, speziell die Schüler, die einfach nur still im Klassenzimmer sitzen, das sind meist die Schüler, die am Meisten was drauf haben…Gastronomie? Ich stehe einfach auf gutes Essen und gute Drinks ohne dick aufzutragen.

Du bist passionierter Snowboarder? Diese machen immer den Eindruck besonders wagemutig, und dynamisch zu sein, die sich ab von normalen Pisten bewegen. Inwiefern trifft das auf dich zu?

Ich bin nicht so der Sonnenmensch. Ich stehe mehr auf Winterurlaub und mag diesen Sport sehr, die Natur, dann schön in die Sauna, was Leckeres mit Freunden Kochen und gediegen eine Flasche leeren…man bin ich alt? Also nix mit wagemutig oder dynamisch.

In Berlin gibt es zahlreiche Clubs und Bars. Was war die Mission hinter deiner Bar Lining und deinem Club Relais? Was hast du versucht anders zu machen?

Auch hier wieder gute Musik und gute Drinks, nicht mehr und nicht weniger. Gute Drinks ohne den ganzen chic hi und Gemüsegarten am Glas. Keine Werbung, kein plakatives Namensschild, die Leute, die es kennen sind herzlich willkommen und die Leute, die es nicht kennen, sollen da bleiben wo der… . Im Großen und Ganzen erfinden wir das Rad nicht neu, sondern legen sehr viel Herzblut in unsere Projekte und bleiben unserer Linie treu. Mit Liebe zum Detail. Und ich liebe tollen Sound, deshalb auch die hochwertige PA, auch wenn viele Leute das nicht so besonders merken. Deshalb seid gespannt, der neue Club ist in allen Bereichen toll. BAAMBI LOUNGE IS BACK…

Deine Mutter ist gebürtige Koreanerin, du bist in Berlin geboren und aufgewachsen. Wieviel Korea steckt in dir?

Viel zu wenig, erst in meiner späten Jugend kam das auf, als auch die anderen Menschen realisierten, das nicht jeder mit Schlitzaugen Zigaretten verkauft und denken, dass alle Koreaner in Papierhütten hausen und nur mit Stäbchen essen können…nee, Scherz bei Seite. Ich ziehe aus meinen beiden Herkunftsursprüngen gerne zum passenden Moment die jeweiligen Vorteile. Ich war letztes Jahr in Korea. Berlin ist zu Seoul ein Dorf. Ich muss definitiv öfters dorthin.

Dein Restaurant ,Neu‘ in Berlin-Mitte stellst du alle drei Monate jungen Künstlern der Galerie Tristesse als Plattform/Ausstellungsraum zu Verfügung. Was steckt hinter dieser Kooperation?

Das Team von ROOM DIVISION, die Koordinieren die Künstler…Marco Riedel hat einen tollen Geschmack.

Was bedeutet dir Kunst ?

Kunst ist Ansichtssache. Mich muss irgendetwas emotional berühren. Es gibt da einige Künstler, die ich toll finde, wie NAM JUNE PAIK, der Urvater der Licht/Videoinstallation, WONG KAR-WAI, der macht tolle Filme wie ‘Chunking Express’ oder ‘In the Mood for Love’. Ach da gibt es so viele…

Auch die Einrichtung des ,Neu‘ ist sehr künstlerisch und modern. Wer war für das Design zuständig?

Verschiedene Leute. Die meisten Sachen hat der Marco Riedel von ROOM DIVISION entworfen. Der hat sehr viele Installationen gemacht, wie zum Beispiel im Watergate. Er und Alexis Dornier (hat gerade das MADE mitdesigned). Beide sehr kreative Menschen. Und ich steh total auf solch Designkram. Doch es muss immer noch warm wirken. Ich mag es mit Kontrasten zu spielen, wie zum Beispiel bei unseren Plastikstühlen von Ross Lovegrove, mit Stein und Metall.

Was bedeutet die Einrichtung für ein Restaurant. Reicht es nicht auch aus, einfach gutes Essen zu servieren?

Sollte eigentlich ausreichen, ist aber leider nicht so. Nicht in Berlin. Trotzdem ist das Essen am wichtigsten. Hier im Restaurant konnte ich einen tollen Koch gewinnen, den Sven Holwitt. Mir ist es wichtig das alles zusammen passt, im Gesamtkonzept, dabei muss nicht immer alles perfekt sein, obwohl beim Essen natürlich schon. Gute Weine sind auch wichtig, deshalb arbeiten wir lieber mit kleinen Weinläden zusammen, wie zum Beispiel mit den Läden von Jürgen Hammer. Jedem, der sich etwas mit Weinen auskennt, ist Jürgen Hammer ein Begriff. Trotzdem soll die Atmosphäre locker sein. Gute Weine brauchen keinen Sommelier sondern sprechen für sich. (naja kann man sich streiten…aber ihr wisst was ich meine)

Wer ist bei euch zu Hause für das Einrichten zuständig?

Komplett meine Freundin…außer die technischen Geräte. Ich bin ein TV Junkie.

5 Dinge die du an Berlin liebst…

…die Berliner Taxifahrer

…die Sommernächte

…dass man auch schon um 13 Uhr besoffen durch die Strassen laufen kann, ohne besonders aufzufallen

…dann doch wieder verschiedene versteckte Orte in Berlin, wie zum Beispiel das Vietnam Center in der Herzbergstrasse. Lecker Essen und eine ganz andere Welt.

5 Orte auf einer Weltreise – wo machst du Halt und warum?

1. Korea. Da ich meine Wurzel besser kennenlernen will und für das nächste Restaurant Projekt…BEST FOOD IN THE WORLD.

2. Vietnam. Dann doch mal Urlaub in der Sonne…ist noch nicht so tourie überlaufen.

3. Las Vegas. Die Stadt ist so künstlich, ich steh auf solch BLING BLING.

4. Mount Hood,USA. Bester Ort zum Snowboarden.

5. Spandau. Einfach zu Mama, dort schmeckt es am Besten und man ist immer willkommen.

5 Dinge die in einem Kühlschrank nicht fehlen dürfen…

1. Kim Chi

2. Milch

3. Wasser

4. Leberwurst. Aus einer kleinen Fleischerei in Neukölln

5. Die Reste vom Vortag aus dem Restaurant

Was hast du dir für 2010 vorgenommen und was dürfen wir an neuen Projekten erwarten?

Sind schon mitten drin…www.voltairestr5.com. Wird fett…

Vielen Dank!

Fotos: Robert Wunsch

Text: Katrein Baumeister

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