Faces & Spaces mit Rike Döpp


Rike Doepp by Robert Wunsch 40 513x343 Faces & Spaces mit Rike Döpp

Auf Long Island leben, das Leben genießen und sein Geld mit einem kleinen Imbiss direkt am Strand verdienen-wer hätte nicht Lust auf so ein Leben? Für Rike Döpp ist das jedoch nur Plan B. Zum Glück, denn sonst wäre Berlins Modeszene heute um einiges ärmer. Gemeinsam mit der Designerin Julia Menthel und Jacob Valdemar leitet sie die bekannteste Mode-PR-Agentur der Stadt: die Agentur V.

Dass sie einmal in der PR landet, hätte Rike Döpp wohl selbst nicht gedacht. Zufällig liest sie über die pariser Agentur Girault-Totem, war begeistert und hatte eigentlich keine Ahnung, was sie sich unter derartiger Agenturarbeit vorzustellen hat. Einzige Konsequenz: Studium schmeißen, München verlassen und nach Berlin ziehen. Das Ziel vor Augen: ein Job bei Totem. Was ihr schließlich auch gelingt. Der Beginn einer PR-Karriere.

Es folgen viele erfolgreiche Monate bei Girault-Totem zunächst als Junior Press Officer und nach knapp zwei Jahren als Press Officer. Im Jahr 2004 kehrt sie dennoch nach Berlin zurück. Wird Shop Managerin zunächst für Bless, dann für den ACNE Store in der Münzstraße. Zwei Jahre später schließt sie sich schließlich der Idee ihres jetzigen Partners Valdemar an, eine Agentur für PR und Vertrieb zu gründen. Über gehegte Zweifel hinaus, ob Berlin neben Paris, dem doch eigentlichen Zentrum allen Modegeschehens, als Standort für eine solche Agentur bestehen könnte. Ja, sie kann. Nicht zuletzt der Risikofreudigkeit Rike Döpps und ihrem Partner zu danken, die mit ihrer Agentur bis heute Großes dazu beigetragen haben, dass Berlin als Standort für Mode und talentierte Designer ernst genommen wird.

Heute ist die Agentur gerade mal vier Jahre alt und eine der renommiertesten Adressen, wenn es um Sales & PR geht. Im Portfolio finden sich Labels wie Wood Wood, Bless, Mykita, Henrik Vibskov und Stine Goya. Mit einer weitblickenden und internationaleren Ausrichtung für die Zukunft, wurde vor kurzem ein zweiter Standort in New York eingerichtet. So pendelt Rike derzeit zwischen dem Big Apple und Berlin.

Dort haben wir sie besucht. In Berlin, im Prenzlauer Berg. Zur Faces & Spaces Inspektion. Herzlichst empfangen wurden wir von Rike und ihrer Mitbewohnerin, Künstlerin Marie-Kristin Thiele. Und herzlichst haben wir geplaudert, ein bißchen die Wohnung durchstöbert, was es zu erzählen und entdecken gab: nach dem Jump…

Wie lebt es sich in New York?

Ich war vor meinem Umzug nur für insgesamt eine Woche in New York und daher hab ich noch viele Touri-Attraktionen auf meiner Liste. Außerdem bekomm ich recht viel Besuch.

5 Dinge, die du an Berlin vermisst?

Ich vermisse Berlin sehr, ich kann es gar nicht auf 5 Dinge reduzieren – aber ich kann sehr gut in New York arbeiten, also mach ich das jetzt einfach.

Du arbeitest bereits dein ganzes Leben in der Modebranche. Was
fasziniert dich daran?

In der Mode nehmen wir uns Zeit, zu träumen und über unsere Kultur nachzudenken, das kann nicht langweilig werden. Da die Warenströme der Textil- und Kosmetikbranche schon lange globalisiert sind, habe ich inzwischen auch einen Einblick in internationale Wirtschaftssysteme bekommen, was sehr spannend sein kann.

Wie bist du zur PR gekommen?

Ich hab’ in meinem 9m2 Zimmer in München über Girault-Totem gelesen und fand das gut, obwohl ich mir nichts darunter vorstellen konnte. Dann hab ich meine Koffer gepackt, hab mein Chinesisch Studium hingeworfen und bin nach Berlin gezogen. Nach vier Monaten hatte ich Glück und konnte bei Totem anfangen und hab Jana Marx assistiert.

Was würdest du tun, wenn du nicht zur PR gefunden hättest?

In Montauk auf Long Island gibt es einen Imbiss, den würde ich gern übernehmen, er liegt direkt am Strand, neben einem Fudge-Shop.

Was sagst du vorurteilsbehafteten Menschen, die PR Arbeit als
Schönrederei und-schreiberei verstehen?

Wir arbeiten mit kleinen Designern, die ihre eigenen Häuser führen, also steht die Persönlichkeit des Designers im Mittelpunkt unserer Kommunikation – da müssen wir glücklicherweise nichts Schönreden. Wenn ich für einen Pharmakonzern arbeiten würde, müßte ich das wohl machen.

Wonach wählst du die Labels für die Agentur V aus?

Wir führen die Agentur ja zu zweit, meine Kollegin Julia ist Designerin und hat vorher in New York und London gelebt. Wir lassen unseren persönlichen Geschmack entscheiden, daß es sehr viele Skandinavier sind, ist eher Zufall.

Wie unterscheidet sich der New Yorker Medien- und Moderummel von dem
Berlins?

In New York spielen Celebrities eine ganz andere Rolle als in Europa. Kurz gesagt, in New York ist ein Top Event einer mit wenigen berühmten Gästen und in Berlin mit vielen Kreativen.

Welche Musik läuft derzeit auf deinem iPod/MP3?

Marie und ich hören immer wochenweise. Entweder Frank Sinatra oder Bruce Springsteen oder George Michael. Und bald kommt meine Weihnachtsplaylist.

Wie sieht für dich ein perfekter Tag aus?

Letzten Sommer war ich bei der Familie meines Freundes. Sein Papa züchtet Rennpferde in Kentucky. Wir haben mit den 12 Hunden gespielt, waren beim Polo und haben abends draußen gegrillt, das war ziemlich perfekt.

5 Dinge, die in deinem Kühlschrank nicht fehlen dürfen?

1. Milch

2. Yoghurt

3. Fisch

4. Greyerzer

5. Blaubeeren.

Marie hat da die Theorie, daß man Nahrungsmittel immer sichtbar hinlegen muß, sonst vergisst man sie.

5 Orte auf einer Weltreise wo machst du Halt und warum?

1. Olbia in Nordbrasilien

2. La Jolla bei San Diego

3. Island

4. Hyères in der Provençe

5. München… und wieder keine Zeit für Asien.

Der beste Rat, den du je bekommen hast?

Im Restaurant bestelle ich immer dasselbe wie Julia, da liegt die Food-Luck-Rate am höchsten.

Wo treffen wir dich in zehn Jahren?

Das wüßte ich selber gern.

Wen würdest du gerne bei Faces&Spaces sehen?

Britta Thie.

Vielen Dank

Fotos: Robert Wunsch

Text: Julia Quante

5 comments on “Faces & Spaces mit Rike Döpp

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