Recap: “Challenge the Obvious” Premiere: Farbe gegen Hoffnungslosigkeit


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Für farbenprächtige Kostüme und ihren berühmten Karneval steht keine andere Stadt so sehr wie Rio de Janeiro, wie uns die Gastgeber der Olympischen Spiele 2016 est kürzlich bei den Abschlusszeremonine der Londoner Spiele so einprägsam bewiesen. Doch wie sieht es hinter dem Karnevalstreiben, abseits der Kostümierungen, prächtigen Wagen und auch des Zentrums aus? Die Antwort kennen die meisten ohne langes Nachdenken: Triste, verarmte Viertel mit heruntergekommenen Häusern und vermüllten Straßen bestimmen die graue Aussicht. Wie man einen solchen Ort in eine einladende Gegend verwandeln kann, haben sich in der Vergangenheit schon BOA MISTURA gefragt und  eine Favela im Nordwesten São Paulos in bunte Farben getaucht. Das Kreativduo Haas&Hahn geht gemeinsam mit HUB Footwear nun einen Schritt weiter: Gegen soziale Problemviertel in Rio de Janeiro und Philadelphia setzt das holländische Zweiergespann auf viel Farbe und Anwohnerbeteiligung. Getreu dem Motto “Challenge the Obvious” sind die beiden in die Städte gezogen, verwirklichten ihre Visionen und haben uns gestern Abend das filmische Ergebnis ihres beeindruckenden Werkes präsentiert.

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Das Prinzip hinter ihrem Beitrag zu “Challenge the Obvious” ist simpel: In Rio de Janeiro und Philadelphia werden die Anwohner in die Verschönerung ihrer Umgebung direkt einbezogen und beteiligen sich an dem Anstrich. So führen sie den farbintensiven Kampf gegen die Tristesse und Verelendung in ihrem urbanen Lebensraum nicht nur selbst, sondern werden auch finanziell entlohnt. Noch nach der Fertigstellung bleiben neue Arbeitsplätze gesichert, denn die sozial benachteiligten Viertel werden auf einmal Touristenmagneten und ihre Einwohner zu deren Führern. Hilfestellung wird so nicht nur temporär gedacht, sondern auf lange Zeit.

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Die visuellen Ergebnisse werde dabei an die jeweiligen Orte angepasst: Von geometrischen Mustern, die sich in allen Farben über Straßenzüge ziehen und aus der Entfernung eine beeindruckende Tiefe erzeugen, bis hin zu großformatigen Porträts und fließenden Flüssen; ganze Stadtlandschaften werden verändert und erstrahlen auf einmal.

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Dass Farben Einfluss auf unsere Stimmungen haben, ist längst erwiesen, doch dass ihre Ausbreitung sich auf komplette Viertel positiv auswirken solle, schien uns bisher eher unwahrscheinlich. Das Screening von “Challenge the Obvious” am gestrigen Abend in der Berliner Münzstraße überzeugte uns jedoch vom Gegenteil. Als erster Teil einer Reihe von Dokumentationen, die das obige HUB-Motto verinnerlicht haben, führte uns der etwa 30-minütige Film abwechselnd nach Rio und Philadelphia – zwei Städte, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten und doch dieselben Probleme teilen: Armut, Kriminalität, Arbeitslosigkeit, kurzum: Hoffnungslosigkeit, die sich auch optisch in den Straßen widerspiegelt.

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Auch wenn der Journalist Dre Urham und der audio-visueller Designer sowie Illustrator Jeroen Koolhaas die sozialen Probleme der Bewohner natürlich nicht beheben können, so haben sie ihnen doch offensichtlich neue Hoffnung und Optimismus geschenkt, wie die zahlreichen Interakteure aus beiden Städten immer wieder betonten. Kein Wunder, denn das Duo Haas&Hahn weiß, woran es arbeitet: Seit 2005 kehren die beiden immer wieder in die brasilianischen Slums zurück. Anfangs noch für eine Dokumentation über Hip Hop in den Favelas von Rio and São Paolo für MTV, muss die Erfahrung einen so tiefen Eindruck bei den beiden hinterlassen haben, dass sie seitdem immer wieder zurückkehren, um mit der dortigen Jugend künstlerische Projekte umzusetzen.

Unten könnt ihr euch die Dokumentation selbst ansehen. Nehmt euch die Zeit; es lohnt sich!

Wie HUB Footwear in das Projekt hineinpasst? Auch hier dreht sich alles um die Verbindung mit der Welt, den Kontakt mit der eigenen Umgebung, für die auch der ikonische Z-Stitch metaphorisch steht. Sport-­, Strassen- und Modeeinflüsse vereinen sich vor dem Hintergrund des Tennis-Backgrounds der beiden Gründer Huub van Boeckel und Tim Rompa, die alles unter das Zeichen von ”Challenge the Obvious” stellen.

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