Spitze und Netz, Neon und Silber zwischen sonst so gedeckten, dunklen Farben, Karos, Flicken und Löcher, Bomberjacken, weite Knitwear und Jeans – mit diesen Elementen visualisiert Cheap Monday im Herbst und Winter 2013, wie der Grunge bis heute kommerziell und gesellschaftlich in Erinnerung geblieben ist. Statt diese einzeln nebeneinander zu stellen, wurde für die Präsentation der Kollektion auf der Stockholm Fashion Week am Dienstag alles kombiniert: Schicht über Schicht, Muster über Muster und eine Materialstruktur über die andere Struktur. So wie mit dem textilen Layering arbeitet Cheap Monday in der Kollektion unter dem Titel “Artificial Grunge” – der Name verrät es bereits – nicht etwa mit dem realen Lifestyle der Bewegung und seiner größten Ikone, dem so tragisch verstorbenen Nirvana-Frontmann Kurt Cobain, sondern mit den Vorstellungsschichten, die sich im Nachhinein durch Werbung, Fans, Mode und Kulturindustrie über sie gelegt haben.
Nach der ersten Preview auf die Herbst/Winter-Kollektion “Artificial Grunge” von Cheap Monday haben wir nun alle Bilder von der Show in Stockholm.
Mit den Stoffen und mit den Mustern greift Cheap Monday in der Kollektion den typischen Grunge-Style aus zerrissener Jeans und Flanellhemd oder Longsleeve auf und gibt den Models ebenso den klassisch scheinbar ungestylten, chaotischen Eindruck, mit zerzaustem, langem Haar und ernstem Blick. Was damals jedoch noch von der Zeit tatsächlich in Thrift Shops geshoppt und kaputt getragen wurde, erscheint hier in der Optik – deshalb auch artifiziell und nicht das realistische Bild jenes Looks. Kombiniert werden Denim und Karos hier mit Cardigans, militärischen Details und zahlreichen Mustern oder Prints.
Doch nicht nur, weil sich der Style einer toten Bewegung nicht mehr authentisch wiederbeleben lässt, sondern auch weil ebenjene Echtheit in unseren heutigen Strömungen bei zu schneller Kommerzialisierung eines jeden Trends nahezu unmöglich geworden ist, setzt Cheap Monday auf die bewusste Künstlichkeit des Revivals:
We picked grunge because it’s the last “real” youth movement — it was truly rebellious and grass root. today, it’s hard to find “real” youth movements since they are picked up commercially almost before they even appear. the lines between what is “real” and “artificial” are blurring — and what is really “real” anyway? Was grunge itself ever real?
. . . Artificial Grunge is a theme which is both interesting and thought- provoking in today’s world of fast fashion and medialized culture. the grunge aesthetic is therefore mixed up and deliberately not an accurate blueprint of the early 90 ́s style. clashing the classic with top of mind-images from the grunge era creates something new for AW13.






