Faces and Spaces: Mogg & Melzer

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Mogg & Melzer, der kleine Deli in der ehemaligen Jüdischen Mädchenschule in der Auguststraße ist ein weiterer Beweis, dass auch gastronomische Quereinsteiger erfolgreich sein können. Das Duo Oskar Melzer und Paul Mogg, die sich beide in der Club- und DJ-Szene einen Namen machten, betreiben seit Mitte des letzten Jahres gemeinsam ihre Interpretation eines jüdisch-amerikanischen Delis, eben das „Mogg and Melzer“. Vom lebensnotwenigen Kaffee am Morgen über einen kleinen Mittagssnack bis hin zum wohlverdienten Feierabendwein – im ersten Deli Berlins findet man zu jeder Tageszeit etwas Köstliches.

Noch ist das kleine Restaurant im Erdgeschoss des 1930er-Gebäudes nicht so bekannt wie das legendäre Katz Delicatessen in New York, aber sowohl Qualität als auch Authentizität der Gerichte kommen locker an das Original heran. Hinter dem Tresen der offenen, weiß gekachelten Küche werden die typisch jüdischen Gerichte wie Matzeballsuppe, Pastrami-Sandwich oder Shashukah zubereitet. Die Regale an den Wänden sind mit Wein- und Senfflaschen, koscherem Salz und Kaffeepackungen vollgestellt. Um dem Ganzen den perfektem Schliff zu verpassen, haben sich die zwei Männer den waschechten New Yorker Joey Passarella als Koch an Bord geholt. Er kennt Delis und Pastramis schon seit Kindheitsjahren – da dachte man hierzulande noch, dass ein Hot-Dog etwas mit dem Tier zu tun hat.

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In dem kleinen Restaurant ist Platz für etwa 30 Gäste, die sich auf den lila gepolsterten Bänken und Holzstühlen breit machen können. Der Parkettboden, die dunkelbraun gewachsten Holztische von Tapiovaara und die mintfarbenen Wände verleihen dem Raum ein elegantes und durchgestyltes Flair. An dem Design ihres Restaurants haben Oskar und Paul gemeinsam gearbeitet – es sollte schlicht sein und an die Diner der Dreißiger erinnern. An den Wänden hängen Fotografien der Künstlerin Sharon Lockhart. Alte Lunchboxen von amerikanischen Arbeitern insziniert als Stilleben. Und an der Wand gegenüber der Küche, zwischen zwei Sitzbänken in einem Glaskasten, liegt ein ausgelatschter Converse Chuck Taylor von Oskar, den der Künstler Johannes Albers gestaltete. Moderne Kunst mit einer Portion Humor, das war den Betreibern wichtig.

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Bis Oskar Melzer zum Gastronom wurde, hat er vieles angefangen, wieder abgebrochen, etwas Neues aufgebaut, um es dann doch wieder hinter sich zu lassen, damit er danach erneut etwas ganz anderes starten kann. Angefangen hat alles mit dem gesitteten BWL-Studium in London, dann ein längerer Ausflug in den Film-und Fernsehbereich Deutschlands mit Studium in München und Regieassistenz in Berlin. Seit knapp 20 Jahren lebt Oskar nun in Berlin und ist von Anfang an fest in der Kunst- und Partyszene integriert. Die Galerie „ffdw“, DJ-Sets im Hof der Kunst-Werke, der Club „Pogo“ , die Partyreihe F.U.N und dann das legendäre Weekend am Alexanderplatz. Ende 2011 kam dann aber der entscheidende Schritt: Er stieg als Besitzer des Weekend aus – er wollte etwas Neues starten und traute sich an die Gastronomie. Nebenbei arbeitet er immer noch als DJ und legt einmal im Monat „Hip Hop Only“ in der King Size Bar auf – mit dem Besitzer Boris Radczun ist er seit Jahren befreundet. Bei Bob Beaman in München spielt er House Music.

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Paul Mogg war jahrelang international bekannter Electro/Techno-DJ. Gemeinsam mit Pablo Clement legte er als The Psychonauts in London, New York, Ibiza und Berlin auf. 2006 gründete er sein eigenes Label Supersoul Recordings. Er mixte Lieder von Tiefschwarz und anderen Interpreten und brachte unzählige Platten raus. Irgendwann wurde ihm die ganze Musik zu viel, er zog sich zurück und fand sich kurze Zeit später in der Küche des Grill Royal wieder. Nicht nur die Liebe zur Musik und zum Auflegen, sondern auch der Anspruch an gutes Essen hat die zwei Männer zusammengebracht.

Das Haus in der Auguststraße 11-13 wurde 1930 von dem Architekten Alexander Beer im Stil der Neuen Sachlichkeit gebaut. Kein Stuck an der Faßade, sondern gerade Linien, dunkle Backsteine und Stahlfenster. 1942 wurde die Schule unter dem Nationalsozialismus geschlossen. Während des Krieges diente das Gebäude als Krankenhaus, nach dem Krieg wurde die Schule als Berthold-Brecht-Oberschule wiedereröffnet. Nach langem Hin und Her schlossen die Türen der Schule 1996 endgültig. Die Jüdische Mädchenschule drohte zu verfallen – 10 Jahre lang wurde das Backsteinhaus ignoriert. 2006 wurde das Haus dann für mehrere kulturelle Events geöffnet und drei Jahre später vollständig an die jüdische Gemeinde Berlin überschrieben.

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Heute dienen die 14 Klassenräume als Ausstellungsräume der drei Galerien: Michael Fuchs, CWC Gallery und Eigen + Art Lab. In der Turnhalle speist man unter einem 3 Meter langen Blindgänger im Pauly Saal. Deutsches Essen neu interpretiert von Stephan Langwehr und Boris Radczun, die bereits das Grill Royal leiten. The Kosher Classrom, das dritte Restaurant im Haus, bietet jeden Freitag ein Schabbat-Dinner im traditionell-religiösen Sinn an. Sonntags gibt es ein ausgiebiges Brunchbuffet mit typischen israelischen Gerichten wie Hummus, gefüllte Aubergine und frischem Minztee. Und eben das Mogg & Melzer. Hier haben wir vorbeigeschaut, uns von dem Cheesscake endgültig überzeugen lassen und Oskar zum Interview getroffen.

Zu dem Interview und den Bildern aus dem beschaulichen Deli geht es nach dem Jump.

Faces & Spaces: Zu Besuch bei MYKITA

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“Handmade in Berlin” – das ist nicht nur der Titel einer selbsterklärenden Serie der Abendschau im rbb, die sich auf die Suche nach modernem Handwerk mit Zeitgeist macht, sondern auch das Aushängeschild eines Berliner Unternehmens, das 2003 im Kleinen begann und sich heute, neun Jahre nach der Gründung, auch international mit einer immer größeren Fanschaft rühmen kann: MYKITA – was sich nach asiatischen Wurzeln anhört, verweist in Wirklichkeit mit einem Wortspiel auf die Ursprünge der Marke, denn das erste Firmengebäude befand sich in einer ehemaligen Kindertagesstätte, kurz: KITA. Das Prinzip hinter MYKITA ist ebenso einfach wie überzeugend: Qualität, Innovation und Stil aus Berlin – Brillen der Extraklasse eben. Daran arbeiten in einer überraschend kleinen Manufaktur eine Gruppe aus Freunden und Bekannten der Gründer Harald Gottschling, Daniel Haffmans, Philipp Haffmans und Moritz Krüger.

Jeder Kurz- oder Weitsichtige kennt dieses Problem: Kontaktlinsen sind nicht immer praktisch, aber die richtige Brille zu finden, die nicht jedes zweite Gesicht ziert und dem Selbst entspricht, das kann zum Problem werden. Die Lösung ist bei MYKITA gefunden, denn von exzentrisch-individuellen bis zur schlicht-alltagstauglichen Brille findet man hier alles. Formvollendung und Funktionalität gehen hier eine Symbiose ein, die auch schon Avantgard-Designer wie Bernhard Willhelm, Romain Kremer, Marios Schwab oder Alexandre Herchcovitch überzeugte und zu internationalen Kollaborationen führte.

Was dabei im familiären Betrieb gefertigt wird, erfreut sich nicht nur wegen seiner handwerklichen Qualität großer Beliebtheit, sondern weil hier das Bewusstsein für Herstellung auf Designgefühl und den unstillbaren Drang nach immer wieder neuen technischen Innovationen trifft und alles gleichwertig nebeneinander steht. So hat sich MYKITA unlängst einen Namen mit ihren neuartigen, patentierten Gelenkkonzepten oder etwa ihrem neuentwickelten Material Mylon gemacht.

In der MYKITA Manufaktur im Herzen Berlins finden dabei alle Schritte unter einem Dach statt: Entwicklung, Produktion und Marketing. Wir durften MYKITA dort besuchen und die beiden Gründer Moritz Krüger (CEO & Creative Director) sowie Philipp Haffmans (Design Director) zu der Entstehung, Arbeit und Visonen befragen. Das ganze Interview und die Bilder von unserem “Fabrikbesuch” findet ihr nach dem Jump.

Faces & Spaces mit Marc Hype

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Nur jemand der, obwohl er ständig durch Europa sowie in die USA, nach Japan, China, in die Vereinigten Arabischen Emirate, Russland, Australien und Israel reist und definitiv nicht aus der deutschen Hauptstadt wegziehen will, ist wohl ein echter Berliner. In diesem Falle Marc Gärtner alias Marc Hype oder DJ Hype. Der Musikproduzent und erfolgreiche Disc-Jockey gewann 1998 und 1999 die deutschen ITF DJ Championships und tourt mittlerweile um die ganze Welt. Seine Wurzeln liegen im Hip Hop, doch mittlerweile hat er sich dem Funk verschrieben und macht auch vor anderen Musikrichtungen nicht halt.

Im Jahr 2004 startet Marc Hype eine Kollaboration mit dem studierten Konzertpianisten Jim Dunloop. Hype’s Funk-Sets/Old – School Hip Hop und Dunloop’s Pianoklänge sind seither beinahe unzertrennlich. Im letzten Jahr brachten sie ihr Debüt- Album „Stamp Out Reality“ auf den Markt. Musikalisch unterstützt wurden sie unter anderem auch von Blowfly, Lady Daisey, Mr Lif, Sara de Bourgeois und Mr Complex. Ein voller Erfolg, der Marc Hypes musikalischer Experimentierfreudigkeit noch lange keine Grenzen setzt. Nur eines kommt nicht in Frage: Elektro-Pop à la David Guetta.

Marc Hypes Karriere beginnt 1988 als Hip-Hopper, inspiriert von dem legendären Jam Master Jay. Er durchlief die letzten Hip Hop Dekaden und war ein Teil jeder neuesten Entwicklung, tourte, nahm an Wettbewerben teil und feierte zahlreiche Record Releases. Es entstanden unterschiedliche Musik-Projekte und –Kollaborationen mit Masta Ace, Souls Of Mischied, Killa Kela, Mr. Lif und vielen mehr. Durch seine dauerhafte Präsenz im Musikbusiness, konnte er sich von den verschiedensten Richtungen bereichern lassen. Letztendlich fand er sich in den Wurzeln des Hip-Hops, dem Funk, wieder – aber egal um welches Musikgenre er sich kümmert, Marc Hype behält immer seinen charakteristischen Groove.

Für unser neuestes Faces & Spaces trafen wir Marc Hype in seinen vier Wänden, sprachen mit ihm über seinen Ausflug in die klassische Musikwelt, die Entwicklung als Hip-Hopper und wohin es gehen soll, wenn er Berlin doch mal zwangsläufig verlässt. Das Alles und mehr lest ihr nach dem Jump…

Faces & Spaces in Amsterdam bei Kwon Kim

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Faces & Spaces, dieses mal außer Landes in Amsterdam. Hafenstadt, Hauptstadt der Niederlande, Grachtenstadt, durch den Noordzeekanaal mit der Nordsee verbunden. Wo wir feststellen mussten, dass es noch so etwas wie Ladenschlusszeiten, pünktlich um 18 Uhr gibt, unter der Woche, und die Restaurants ab 22 Uhr eigentlich kein Essen mehr servieren. Dort befindet sich die Europazentrale von Asics. Und dort lebt seit kurzem auch der Asics-Manager, verantwortlich für alle Asics Lifestyle Produkte, Kwon Kim. Gebürtiger Berliner, Sneaker Freaker mit Leib und Seele und einer Vorliebe für Gummibärchen.

Anfang der 1970er Jahre kommen Kwons Eltern von Süd Korea/Seoul nach Berlin-Kreuzberg, wo er aufwächst und zur Schule geht und schließlich ein VWL-Studium an der Freien Universität in Berlin beginnt. Dabei scheint es fast, als wäre es auch egal gewesen wo Kwon, wann, wie aufgewachsen wäre und was er gelernt hätte. Das er einst im Sneaker-Geschäft erfolgreich sein würde dürfte wohl eher etwas wie vorherbestimmt gewesen sein. Mit einer bereits kindlichen Begeisterung für jegliche Sportarten wurden Sportbekleidung und Sneaker schnell ein wesentlicher Bestandteil seines alltäglichen Lebens. „Whether it was Agassi, McEnroe, Bjorn Borg or Jordan, Magic and Pele or Maradonna…all of them influenced me back then in Berlin and kept me sleepless over nights watching the finals.”

Auf früheren gelegentlichen Reisen nach Korea erkundet und erobert er dortige Sneakerläden und entdeckt einmalige Stücke. Zu seiner Studienzeit in Berlin arbeitet er im renommierten Schuh City/Apartment in Berlin-Mitte und verkauft Sneaker mit Leidenschaft und Hingabe, die ihn schicksalhaft immer wieder den richtigen Leuten begegnen lassen. So wird er schließlich Product Manager bei PUMA, verantwortlich für die weltweite PUMA Heritage Collection, und bei adidas Originals in Herzogenaurach, reist um die ganze Welt, auf der Suche nach immer wieder neuen Sneaker Designs und Store Konzepten, ist zu Besuch in verschiedenen Fertigungsstätten, immer in enger Zusammenarbeit mit namenhaften Designern in China, Vietnam oder Jakarta.

Nach drei Jahren adidas in Nürnberg war es nun an der Zeit für etwas Neues. Eine neue Stadt, ein neuer Job, nun also Amsterdam und ASICS & Onitsuka Tiger. Wie es sich und Kwon dort lebt, sein Lebensweg ein bißchen detailierter und natürlich wieviele Paar Sneaker er besitzt, und noch mehr gibt es nach dem Jump…

Faces & Spaces: Ein Zahnarztbesuch bei Dr. Felix Zaritzki

Felix Zaritzki by Robert Wunsch 09 513x343 Faces & Spaces: Ein Zahnarztbesuch bei Dr. Felix Zaritzki

Faces & Spaces. Oder ein Zahnarztbesuch bei Dr. Felix F. Zaritzki. Außerhäusig, sozusagen outer Space, sind wir für unseren neuesten Beitrag in dieser Rubrik unterwegs gewesen. Auf eine, zum Glück nur kurze Routineuntersuchung bei Dr. Felix F. Zaritzki. Ohne Phobiker zu sein, muss man sagen: es gibt doch Angenehmeres, als zum Zahnarzt zu gehen. Spontan gesagt: Nahezu alles ist besser als ein Termin beim Zahnarzt. Am Ende wird doch nur wieder irgendwas diagnostiziert und im schlimmsten Falle rumgebohrt.

Davor ist man wohl auch nicht bei Felix Zaritzki gefeit. Wo ein Loch ist, sollte es gefüllt werden. Doch bei Dr. Zaritzki ist wenigstens alles andere Drumherum so angenehm, dass selbst eine Wurzelbehandlung immer noch wahnsinnig schlimm sein dürfte, aber dem Drama wird durch die besonders und komfortabel eingerichtete Praxis und die dadurch vorherrschende Atmosphäre ein wenig der Schrecken genommen. Angefangen dabei, dass kein helles Neonröhrenlicht von weiß gestrichenen Wänden von vornherein unangenehme Gefühle aufkeimen lässt und auf dem Behandlungsstuhl die Pupillen zum flimmern bringen. Bei Felix Zaritzki schaut man auf einen über den Behandlungsstuhl in die Decke eingelassenen Flat-Screen und kann sich von bunt flimmernden Bildern einlullen lassen.

Mit dem Einlullen kann auch schon im Wartebereich/Lounge begonnen werden. Mit Blick auf den flachen Screen über dem Kamin oder auch in den Kamin. Wenn das Feuer lodert. Und sich dabei in weiches Samtvelour lehnen. Sofa oder Sessel. Auf dem Coffee Table liegen Coffee Table Books, wie das Tom Ford Buch, auf einem Tisch neben dem Sofa liegt natürlich und erfreulicher Weise auch die Gala, aber dafür dann neben der AD oder der Cicero. Sehr Nervöse können sich in einem Séparée auch an einer Playstation abregen. Sonst natürlich auch für die Kinder gedacht. Wer davor oder danach noch einmal die Zähne putzen will, darf dies in einem der beiden kleinen Badezimmer tun. Die Formulierung “auf der Toilette” wäre da unpassend. Kein stetes Telefongeklingel an der Rezeption stört die entspannte Ruhe oder erinnert immer wieder an den unangenehmen Termin bei einem Zahnarzt. Es riecht nicht mal wie beim Zahnarzt.

Ein Zahnarztbesuch wird wohl niemals mit dem Begriff Wellness in Verbindung gebracht werden können. Aber man kann es um die Behandlung herum komfortabel und angenehm machen. Wie das geht, wissen Felix Zaritzki selbst und der Interior Designer der Praxis, Alexander Stütz. Wir haben beide zum erklärenden Gespräch gebeten.

Faces & Spaces mit Rike Döpp

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Auf Long Island leben, das Leben genießen und sein Geld mit einem kleinen Imbiss direkt am Strand verdienen-wer hätte nicht Lust auf so ein Leben? Für Rike Döpp ist das jedoch nur Plan B. Zum Glück, denn sonst wäre Berlins Modeszene heute um einiges ärmer. Gemeinsam mit der Designerin Julia Menthel und Jacob Valdemar leitet sie die bekannteste Mode-PR-Agentur der Stadt: die Agentur V.

Dass sie einmal in der PR landet, hätte Rike Döpp wohl selbst nicht gedacht. Zufällig liest sie über die pariser Agentur Girault-Totem, war begeistert und hatte eigentlich keine Ahnung, was sie sich unter derartiger Agenturarbeit vorzustellen hat. Einzige Konsequenz: Studium schmeißen, München verlassen und nach Berlin ziehen. Das Ziel vor Augen: ein Job bei Totem. Was ihr schließlich auch gelingt. Der Beginn einer PR-Karriere.

Es folgen viele erfolgreiche Monate bei Girault-Totem zunächst als Junior Press Officer und nach knapp zwei Jahren als Press Officer. Im Jahr 2004 kehrt sie dennoch nach Berlin zurück. Wird Shop Managerin zunächst für Bless, dann für den ACNE Store in der Münzstraße. Zwei Jahre später schließt sie sich schließlich der Idee ihres jetzigen Partners Valdemar an, eine Agentur für PR und Vertrieb zu gründen. Über gehegte Zweifel hinaus, ob Berlin neben Paris, dem doch eigentlichen Zentrum allen Modegeschehens, als Standort für eine solche Agentur bestehen könnte. Ja, sie kann. Nicht zuletzt der Risikofreudigkeit Rike Döpps und ihrem Partner zu danken, die mit ihrer Agentur bis heute Großes dazu beigetragen haben, dass Berlin als Standort für Mode und talentierte Designer ernst genommen wird.

Heute ist die Agentur gerade mal vier Jahre alt und eine der renommiertesten Adressen, wenn es um Sales & PR geht. Im Portfolio finden sich Labels wie Wood Wood, Bless, Mykita, Henrik Vibskov und Stine Goya. Mit einer weitblickenden und internationaleren Ausrichtung für die Zukunft, wurde vor kurzem ein zweiter Standort in New York eingerichtet. So pendelt Rike derzeit zwischen dem Big Apple und Berlin.

Dort haben wir sie besucht. In Berlin, im Prenzlauer Berg. Zur Faces & Spaces Inspektion. Herzlichst empfangen wurden wir von Rike und ihrer Mitbewohnerin, Künstlerin Marie-Kristin Thiele. Und herzlichst haben wir geplaudert, ein bißchen die Wohnung durchstöbert, was es zu erzählen und entdecken gab: nach dem Jump…

Faces & Spaces mit tadiROCK

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Nicht alles was glitzert, ist ‚Glamour’. Im Fall von tadiROCK jedoch schon. Sie ist die Begründerin der Glitterart. Verglittert und verglamourt Objekte und Bildmotive, in vorwiegender Anwendung von Swarovski Steinen. Und mit allem anderen was glitzert und glänzt. Ihr Markenzeichen ist die Discokugel. Ihre Motivation: die Kunst als schöpferische Energie. Dabei ist ihr Vorbild eine Mischung aus Che Guevara und dem Dalai Lama und sie selber so wenig oberflächlich wie aller blendender Glanz. Auf kreativen Pfaden schöpferisch unterwegs, als rebellische Glamour-Buddhisten. Glamour für die Schönheit und die Provokation. Unter dem Slogan „Everybody Loves Bling“.

Bevor tadiROCK geboren wurde, hieß diese noch Tatjana Stein und hat auf der anderen Seite der Kunst, als Managerin gearbeitet. In den 90ern, gerät sie in den damals noch wilderen Strudel der Musikbranche. Macht sich Anfang der 2000er mit der Agentur che*che als PR-Beraterin selbstständig, welche sie später zusammen mit Nico Zeh in che*che music umwidmet und heute noch in gemeinschaftlicher Arbeit führt. Mit schon immer großer Aufmerksamkeit gegenüber allem, was glitzert und glänzt, wird sie 2005 schließlich selber künstlerisch tätig.

Dabei zieht sie Inspiration aus der ihr vertrauten, oberflächlichen, vermeintlich glitzernden Welt des Entertainments. Und verwendet deren symbolische Materialien, wie Swarovskis, Strass, Glitzer, Lacke, Federn, Blattgold oder auch Ketten. Verfremdet werden in erster Linie Bilder, Gemälde oder Fotografien, Portraits der Ikonen unserer Zeit, wie Popstars oder Filmschauspieler. Ähnlich großer Pop-Artists bearbeitet sie die Oberfläche der Bilder und schafft so eine Verbindung zwischen der schon bestehenden Kunst und moderner Wirklichkeit. Die derart einzigartigen Werke tadiROCK’s  finden sich Galerien, wie gleichermaßen in ausgewählten Shops sowie den Flagshipstores von Swarovski in Tokio, Singapur und London.

Im vergangenen Jahr verwirklicht tadiROCK ihre Vision eines Open Space für Künstler und Kreative. Ein Ort, der diese und vor allem ihre Kreativität zusammenbringt. Anfang diesen Jahres feierte die Kreativplattform MADE schließlich Eröffnung, mitten in Berlin am Alexanderplatz.

Wir haben tadiROCK zu Hause besucht, zu Inspektion und Interview. Welche Träume es noch zu verwirklichen gibt und wie hoch der Glamourfaktor in der Künstlerin Wohnung ist: all’ das und wie immer noch mehr, nach dem Jump…

Faces & Spaces mit Oliver Rother

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Die Baambi-Lounge, die Bar Lining, das Restaurant ‚Neu’, der Club Relais, Voltaire 5. Erstklassige Adressen in der berliner Gastronomie- und Clubszene, für erstklassige Drinks, erstklassiges Essen und nicht minder guten Sound, in tollen Locations. Berliner Institutionen. Projekte des Gastronom’ und Machers Oliver Rother. Ohne ihn wäre Berlin wohl ein ganzes Stück langweiliger. Und unkulinarischer.

Angefangen hat diese Karriere 2002. Zusammen mit Hardy Reinhardt wird die Baambi-Lounge ins Leben gerufen, als Gastparty im ehemaligen WMF und Cafe Moskau. Und da das Berliner Nachtleben das ist, was es ist und meist auch erst nachts beginnt, kommt bald das Lining in der Auguststraße hinzu. Eine weiße Lederliegenwiese in Wohnzimmeratmosphäre, zum Auftanken. Für die Party vor der Party. Als neue Behausung für die Baambi-Lounge folgt das Relais. Im ehemaligen Erlebnisrestaurant Arctic Palace, in der Köpenicker Straße, in Kreuzberg. Das Neu findet seine Behausung an der Oranienburgerstraße, in den Heckmannhöfen, mit nicht nur fabelhaftem Essen, sondern einem einzigartigem Gesamtkonzept, welches Design, Kunst und eben fabelhaftes Essen miteinander verbindet. Alles aus Leidenschaft für eben solches, gute Drinks, gute Musik und „Designkram“, baut sich der sprudelnde Quell dieser Konzepte Oliver, sein Gastro-Imperium auf. Und wie es sich gehört, war auch diese Erfolgsgeschichte nicht geplant. Sondern mit einem abgeschlossenen Lehramtsstudium für Sport und Geographie ein doch gänzlich anderer Weg gedacht.

Zum Glück kam es anders. Und geht weiter. In der Voltairestraße 5, in Berlin-Mitte. „In Progress“ heißt es dort noch. Mit neuem Team, neuer Gastro, optimiertem Sound und neuem Lichtkonzept wurde jedoch bereits eingeweiht. Am 20. Mai 2010, mit der Baambi-Lounge. Spektakuläres Comeback und Einweihung ihrer neuen Homebase. Für das Tagesprogramm ab heute mit WM-Lounge, für gepflegtes Public Viewing.

Sehr gepflegt ist es auch bei Oliver und seiner Freundin zu Hause. Und technisch ausgestattet. Eben gemacht für einen bekennenden TV-Junkie. Über sonstige Leidenschaften, seine koreanischen Wurzeln, Design, Wein und Leberwurst, haben wir mit ihm gesprochen.

Sei zu Gast bei Oliver Rother, nach dem Jump…

Faces & Spaces mit Akke Visschers

Akke by Robert Wunsch 241 513x342 Faces & Spaces mit Akke Visschers

Letztendlich sind es doch die kleinen Dinge, die das Leben ausmachen. Die das Leben verschönern. Wie in der Mode die Accessoires, die Styling oder Outfit definieren und aufwerten können. Wie zum Beispiel die Accessoires der holländischen Designerin Akke Visschers. Mit ihrer eigenen Schmuck-Linie ,Akkesoir‘ hat sie ihre Leidenschaft, für die kleinen schönen Dinge zum Beruf gemacht und lebt ihren Kindheitstraum: sich ihren Lebensweg frei gestalten zu können.

Dazu gehören so fantastische Dinge, wie alte französische Münzen, Goldmünzen, Knöpfe aus dem Pariser Theater, Strasssteine aus den 20er Jahren. Geschichtsträchtige Fundstücke, die in ihren eigenen verarbeitet werden und so in der Kombination mit neuen Materialien, wie goldene, silberne oder schwarze Gliederketten, Lack- und Seidenbänder, außergewöhnlich schöne und einzigartige Ketten, Armbänder oder Broschen zieren. Solch‘ ungewöhnliche Dinge findet Akke zum Beispiel auf dem Antikmarkt der Straße des 17. Juni in Berlin. Dort haben wir sie besucht, in Berlin, in ihrem Atelier im schönen Mitte und ein wenig in ihren Fundstücken gestöbert.

Nach einem abgeschlossenen Studium an der Academy of Arts and Design in Maastricht, gründet Akke Visschers 2006 ihre Schmucklinie Akkesoir. Zuvor reist und arbeitet sie für verschiedene Crossover-Projekte in der Mode über mehrere Kontinente, moderiert für MTV, macht das Design und Styling für den Akkekidd Shop in Berlin-Mitte, bis sie sich schließlich ihrer eigentlichen Leidenschaft widmet. Ihre Handwerkskunst und ihr Konzept, ausgewählte antike Materialien wieder zusammen zusetzen und zu regenerieren, fand schnell weltweit Anklang und Akzeptanz in den exklusivsten High-End Boutiquen. So sind die Akkesoires in Deutschland, unter anderem in Berlin, zum Beispiel im Quartier 206, im Departmentstore, in München bei Off & Co und bei Maendler, in Hamburg bei Petra Teufel erhältlich. Doch auch in der Schweiz, Belgien, Italien und Spanien sind die einzigartigen Stücke zu finden.

Was wir alles im Atelier Akkes entdeckt haben: neben überraschenden Werkzeugen wie unter anderem Hammer, Schraubstock, zangenartigen Gerätschaften neben ätzenden Flüssigkeiten und ein Gespräch über Inspiration, Freiheit und Neujahrsvorsätze, bekommst du nach dem Jump!

Faces & Spaces mit Miss Platnum

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Rot, Blau, Gelb. Hell, dunkel, hell, dunkel. Das Scheinwerferlicht hüpft in bunten Kreisen über die Bühne, auf und ab, bahnt sich seinen Weg zur kreischenden Menschenmasse. Tok, tok, tok. Das Schlagzeug setzt ein, wird immer schneller, vermischt sich donnernd mit dem dröhnenden Sound der Bläser. Pulsierender Clubsoul verwebt sich mit dem Rhythmus des Balkans, elektronische Klänge treffen auf eine klare, immer stärker werdende Stimme; hypnotisierend, vorantreibend und sanft zugleich.

Miss Platnums Musik mag anders sein, als der gewohnte Einheitsbrei der Popkulturblase – aber eins ist sicher: ihr aktuelles Album „The Sweetest Hangover“ ist ein multikultureller Partycocktail, der Lust auf durchtanzte Nächte auf nackten Füßen macht. Ihre Fakebling – Tour 2010 startet am 25.März – Tickets gibt´s hier. Wer bei diesen Beats stillhalten kann, muss am Boden festgewachsen sein.

Wenn die Bühnenbeleuchtung erlischt und der Konzertsaal sich leert, wird aus der bezaubernden Miss Platnum wieder Ruth. Genauer: Ruth Maria Renner – eine junge Frau, die früh lernen musste zu kämpfen. Um Respekt, um Anerkennung, um Freundschaft. Mit acht Jahren verlässt sie ihre Heimat Rumänien, ist mehr Flüchtling als Emigrant. Das Ziel: Westberlin. Hier geht sie zur Schule, schreibt Glanznoten und katapultiert sich damit geradewegs in die unliebsame Rolle der Streberin. Trost findet sie in der Musik. Sie nimmt Gesangsunterricht, arbeitet hart an ihrer Stimme. Jahrelang. Nach kleinen Erfolgen als Studio- und Backgroundsängerin kommt der große Fall: Ihr erstes Solo-Debüt floppt. Aber Ruth trägt ein Kämpferherz in sich. Vielleicht sogar zwei: ein rumänisches und ein deutsches. Beide schlagen im selben Takt, vermischen sich mehr und mehr und werden eins im Balkanbeat. Das Hauptstadtmädchen hat seine Nische gefunden. Ruth rappelt sich auf, arbeitet noch härter, nimmt ein neues Studioalbum auf. Ihr Fleiß zahlt sich aus: Aus dem ehemaligen Flüchtlingskind wird Miss Platnum. Heute steht die 30-jährige mit Peter Fox auf der Bühne und rockt die großen Festivalbühnen des Sommers.

Abseits von schrill-lauten Konzertabenden hat die Espresso-verliebte Kreuzbergerin uns einen Einblick in ihre ganz persönliche Wohlfühl-Oase gewährt. Wie es dort aussieht und weshalb Ruth fliegen kann, wann immer sie will, erfahrt ihr nach dem Jump!