Ausstellung: “Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler“

Schirn Kunsthalle Frankfurt Paparazzi Ausstellung 4 970x686 Ausstellung: “Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler“

Die einen lieben ihn und ergötzen sich an seinen Bildern, die anderen verabscheuen ihn ob seiner Indiskretion. Ganz egal, welchem Lager man angehört, unbestreitbar ist, dass die Figur des Paparazzo, welcher Frederico Fellini mit seinem Film “La Dolce Vita“ von 1960 ein erstes Denkmal setzte, eine besondere Ambivalenz verkörpert. Mit der Starfotografie werden gleichermaßen die Grenzen von Privatem und Öffentlichem wie auch die vom Glanz und Elend der Stars ausgereizt und infrage gestellt. Mit ihrer Ausstellung “Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler“ widmet sich die Schirn Kunsthalle in Frankfurt ab dem 26. Juni dem Phänomen und der Historie der Paparazzi und beleuchtet die komplexe Beziehung von Fotografen und Stars wie auch die Ästhetik, die das Genre hervorbrachte und deren Einfluss auf Kunst und Modefotografie. Mit mehr als 600 Werken und Dokumenten vereint die vom Centre Pompidou organisierte Ausstellung die Arbeiten populärer Vertreter wie Ron Galella, Pascal Rostain und Bruno Mouron mit einer Vielzahl künstlerischer Positionen von Cindy Sherman und Gerhard Richter über Andy Warhol bis hin zu Paul McCarthy und Richard Avedon, die sich nicht nur mit der Ästhetik, sondern auch mit den Mechanismen der Paparazzi-Fotografie befassten. Und auch der dazugehörige Boulevard-Glamour hält mit ikonischen Bildern von Lady Di, Paris Hilton und Britney Spears, die sich längst in das kollektive Bildgedächtnis gebrannt haben, Einzug in die Schirn.

Christopher Makos: White Trash Uncut

white trash cover Christopher Makos: White Trash Uncut

1977 gelangte ein kleiner Bildband schnell zu einer gewissen Berühmtheit. Darin zu sehen: Ein Haufen unangepasster, alles ablehnender Kids, die mit einem radikal exzentrischen Stil das Establishment schockieren. Und die Schar bereits etablierter Stars aus Musik und Kunst, die von der Energie der Proto-Punks fasziniert waren – oder zumindest so wirken wollten, als gehörten sie dazu. Christopher Makos war der Erste, der die Bewegung “von innen” porträtierte, und nebenbei dokumentierte, wie sich die im schmuddeligen Downtown New York City entstandene Kultur durch die wachsende Verzahnung und Vereinahmung durch die Kunstszene aus Uptown Manhatten der eigenen Identität beraubte und schließlich selbst zu Grabe trug. “White Trash” selbst zeigt in faszinierenden Bildern aus dem “inner circle” die Hauptprotagonisten der Blank Generation in kaum erreichter Intimität. Patti Smith, Richard Hell, Tom Verlaine von Television, sowie natürlich die Paten Andy Warhol, Man Ray, David Bowie, Iggy Pop und den wohl ausnahmsweise aus seinem Kellerloch an der Bowery hervorgekommenen William Burroughs. Richard Hell’s namensstiftende Hymne “Blank Generation” wird zum Einklang auf einer der ersten Seiten passenderweise zitiert. Nicht fehlen dürfen die unumgängelichen Trittbrettfahrer – ja, wir reden über sie, Herr Jagger! Das Buch erreichte schnell Kultstatus, so dass es dieser Tage für rund 500$ bei gewissen Online-Auktionshäusern gehandelt wird. Grund genug für Glitterati Inc., es in einer Deluxe-Version neu aufzulegen. “White Trash Uncut” kommt in einem prächtigen Hardcover und Silberdruck (ein Verweis an Warhols Silver Factory?) daher und präsentiert 12 bisher unveröffentlichte Bilder nebst Essays von Künstler Peter Wise und Vorzeige-Nachteule Andrew Crispo. Für Fans wie Neulinge ein Muss.

Warhol Werke auf Amiga Diskette gefunden

warhol amiga 00 620x465 Warhol Werke auf Amiga Diskette gefunden

Dass Pop-Art-Ikone Andy Warhol in den 80er Jahren bereits mit dem Amiga Computer experimentierte, ist durch eine Videoaufzeichnung von 1985, bei der er die US-Sängerin Debbie Harry auf einer Pressekonferenz von Amiga portraitiert, festgehalten. Warhol wurde damals von den Herstellern des Commodore Amiga, einem der ersten Heimcomputer, als Werbefigur gewonnen. Verschollen waren bis dato jedoch alle weiteren Bilder, die der Künstler in diesen Jahren am Computer schuf. Fast 30 Jahre später hat der Künstler und Warhol Fan Cory Arcangel nun gemeinsam mit einer Gruppe von Computer-Experten alte Amiga Disketten aus dem Warhol Archiv in Pittsburgh gesichert und dabei 12 Werke Warhols aufgefunden. Unter diesen befinden sich bekannte Motive des Künsterls wie ein Portrait von Marilyn Monroe und der Campbell’s Dose sowie obiges Selbstportrait und eine dreiäugige Venus nach Botticelli. Mag der krakelige Duktus der Bilder auf die Fremdheit des Mediums und die ungewohnte Führung der Maus verweisen, so zeigen die Fundstücke zugleich Warhols Offenheit gegenüber künstlerischen Experimenten und neuer Techniken und Medien, so Matt Wrbican, Chef des Warhol-Archivs in Pittsburgh. Der Film “Trapped”, der die Suche nach den Bildern dokumentiert, wird ab dem 12. Mai online via nowseethis zu sehen sein.

Medicom Toy: Andy Warhol Vinyl Collection

Slide110 970x727 Medicom Toy: Andy Warhol Vinyl Collection

Passend zur derzeit im Mori Art Museum laufenden Warhol Retrospektive “Andy Warhol: 15 Minutes Eternal“ bringt Medicom Toy nun zwei Vinyl Figuren des legendären Mitbegründers und Vertreters der Pop Art auf den Markt. Die limitierten Sammlerstücke sind 235 mm groß und für umgerechnet etwa 50 € pro Stück in einer schwarz-weißen und einer von der Pop Art inspirierten, bunten Version ebei Project 1/6 erhältlich. Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Mai 2014 in Tokyo zu sehen.

Amazon steigt in Kunsthandel ein

amazonart 01 620x413 Amazon steigt in Kunsthandel ein

Ein Andy Warhol, Damien Hirst oder Salvador Dali gefällig? Der Internet-Riese Amazon steigt mit der Plattform “Amazon Art” in den Kunsthandel ein. Mit mehr als 150 Galerien und Kunsthändlern aus den USA, Kanada, Großbritannien und den Niederlanden kooperiert der US-Konzern bereits und bietet auf seiner US-Seite mehr als 40.000 Kunstwerke an, darunter alles von einem zehn Dollar Print bis hin zu einem Gemälde von Norman Rockwell für 4,85 Millionen Dollar. Ob sich Amazon mit diesem Modell durchsetzten kann, wird sich zeigen. Andy Warhol sagte 1980 über gutes Marketing in der Kunst: ”Um als Künstler erfolgreich zu sein, muß man in einer guten Galerie ausgestellt werden. Wie Dior, der verkauft seine Originale auch nicht an einem Ladentisch bei Woolworth.” Bleibt die Frage, ob Amazon eine gute Galerie ist…