100 Berliner Künstler: Neonchocolate Gallery startet das Buch-Projekt „BERLIN WHAT?“

Wir haben euch ja schon vor einigen Wochen über das Kickstarter-Projekt „Urban Air“ berichtet und jetzt hat uns ein weiteres neugierig gemacht, das seine Wurzeln in Berlin hat: BERLIN WHAT?„, ein einmaliges Projekt der Neonchocolate Gallery, bei dem 100 Berliner Künstler zusammenkommen, um ihre gesammelten Arbeiten in einem gemeinsamen Buch  herauszubringen und anschließend außergewöhnliche Kunstausstellungen und Events weltweit zu veranstalten. Ob Illustrationen, Malerie, Fotografie oder Urban Art – „BERLIN WHAT?“ vereint diese und weitere Bereiche der Kunstszene und spiegelt so den Zeitgeist der Berliner Kunst wider.

Nach dem Jump haben wir weitere Infos zu dem Kickstarter-Projekt für euch:

Opening: Clemens Behr in der Neonchocolate Gallery

Ob auf dem Berlin Festival oder anderen Ausstellungen gemeinsam mit 44flavours oder auf dem U-Bahnhof mit einer seiner unverkennbaren Installationen, die wie gemalte Abstraktionen in ihrer dreidimensionalen Ausführung erscheinen, Clemens Behr hat seine unverkennbare Sprache in den nachträglich kolorierten Faltsystemen gefunden und war mit seinen plastischen Objekten bereits mehrfach bei uns zu sehen. Sonst jedoch vor allem im Zusammenhang mit Gruppenshows und -arbeiten tritt Berliner Künstler von Samstag an solo in den Vordergrund der Neonchocolate Gallery, um dort unter dem Titel „Broken Purposes“ ausgewählte Werke auszustellen. Statt der sonst kurzlebigen, ortsspezifischen und nicht transportablen Installationen sehen wir Clemens Behr hier von einer anderen, neuen Seite.

Fotografisch hinterfragt: „Stadtansichten“ in der Neonchocolate Gallery

In blassen, undeutlichen Farben ziehen sich die Linien in wirren Rundungen übereinander, darunter nur noch schemenhaft Umrisse. Die Berlin-Kenner werden das Denkmal dennoch erkennen, denn unter der unscharfen Oberfläche verbirgt sich die Weltzeituhr am Alexanderplatz. So sehen wir das zumindest. Andere erkennen hier womöglich ein ganz anderes Objekt, eine ganz andere Stadt. Einerseits eine einprägsame Stadtansicht, wird das Titelbild der neuen Ausstellung in der Neonchocolate Gallery auf diese Weise schnell uneindeutig und gewährt uns infolgedessen allen Spielraum zur Eigeninterpretation. Aus fünf Positionen sehen wir in „Stadtansichten“ von Samstag an die individuellen fotografischen Perspektiven von Andreas Goroncy, Robert Herrmann, Judith Krick, Frank Machalowski sowie Daria Olejniczakauf den urbanen Raum.

Opening: Uli Knörzer „Time Is Honey“ in der Neonchocolate Gallery

„Time Is Money“ – wie oft haben wir diesen Spruch bereits gehört?! Zeit ist Geld und je schneller alles geht, desto mehr kann man davon machen. Der Berliner Illustrator Uli Knörzer stellt sich dagegen und das tausendfach Gehörte auf den Kopf: Nicht das Materielle, sondern der Mensch steht bei dem Künstler im Vordergrund. Mit „Time Is Honey“ wird die Redewendung persifliert und ist kurzerhand der Titel seiner neuen Ausstellung in der Neonchocolate Gallery geworden, die heute Abend ab 19 Uhr eröffnet.

Portfolio Show: Editude Pictures

Editude Pictures dürften manch einem bereits bekannt vorkommen: Immmer wieder im Zusammenhang mit 44flavours und KLUB7 tauchte die Berliner Filmproduktionsfirma in der Vergangenheit bei ArtSchoolVets auf und auch bei der Neonchocolate Gallery sind sie keine Unbekannten. Warum also nicht von der eigenen Umgebung inspirieren lassen und daraus einen Film über die eigenen Freunde und Bekannten, über das Leben als Kreativer in Berlin, über die Möglichkeiten und Probleme drehen?! Ähnliche Gedanken mögen die Fünf umgetrieben haben, als die Idee zu einem ihrer bisher größten Erfolge entstand: “In The Belly Of A Whale”.

Andreas Lamoth, Christian Brecht, Frederic Leitzke, Marc Böhlhoff und Thomas Nees ist mit der Dokumentation gelungen, woran viele zuvor gescheitert sind: einen Film über die Berliner Kreativszene zu drehen, der weder eine ironische Pauschalisierung der Schaffenden darstellt noch alles mit einem gekünstelten Glanz überzieht, welcher einen Blick auf die unterschiedlichen Bereiche, die Probleme, aber auch die wirklich interessanten Individuen verdecken würde. Insgesamt 16 Urban Artists, Grafikdesigner, Fotografen und Galeristen, darunter 44flavours, KLUB7, Jan „Yaneq“ Kage, die Neonchocolate Gallery, Lukas Feireiss oder auch Amos Fricke, sind dabei zu Wort gekommen – und wir hören ihnen gerne dabei zu, wie sie 54 lang von ihren Leben inmitten der Hauptstadt erzählen.

Seither hat sich einiges verändert: Neue Kunden und Projekte sind hinzu gekommen; es wurde umgezogen und eine neue Website gelauncht. Doch auch die freundschaftlichen Wurzeln werden mit Gemeinschaftswerken gepflegt, deren aktuelles Beispiel etwa der bewegte New-York-Bericht „KLUB7 is up to something“ ist. So zahlreich Editude Pictures mit ihren Arbeiten bei uns bereits auftauchten, so wenig wussten wir bisher über ihre Hintergründe. Das ändert sich nun, denn für unsere Portfolio Show haben wir nachgefragt:

WERDEGANG

editude pictures ist eine Filmproduktionsfirma, gegründet Ende 2010 im heimischen Wohnzimmer am Berliner Ostbahnhof. Wir sind insgesamt 5 Jungs, von denen sich Thomas, Fredi und Andy momentan um den täglichen Betrieb kümmern, während Christian und Marc unsere Fahne an den renommierten Filmhochschulen DFFB Berlin & HFF Potsdam-Babelsberg hochhalten.

Der Großteil unserer Crew stammt aus dem beschaulichen Städtchen Bad Kreuznach bei Mainz und blickt somit auf eine lange gemeinsame Vergangenheit und Freundschaft zurück, welche die tägliche Zusammenarbeit sehr viel unkomplizierter macht. Unsere ersten Schritte in der Film- & Medienbranche haben wir allesamt an der SAE Berlin im Studiengang Digital Film & Animation gemacht. Seitdem leben wir unsere Leidenschaft für das Medium Film so oft es geht zusammen aus.

Als wichtiger Meilenstein gab der Dreh der Dokumentation IN THE BELLY OF A WHALE von Andy und Fredi im Frühjahr 2011 sicherlich den endgültigen Startschuss für weitere spannende Projekte. Seitdem ist viel passiert: Musikvideo-Drehs für etablierte Künstler wie Robot Koch oder Super Flu gaben sich die Klinke in die Hand mit größeren Auftragsarbeiten für Coca Cola oder Red Bull. Anfang 2012 folgte der Umzug ins erste eigene Büro im Berliner Friedrichshain sowie der Launch der neuen Webseite samt umfangreichem Portfolio und frischem Showreel.

Opening „Jetzt Sofort“: Junge Fotografen in der Neonchocolate Gallery

„Jetzt Sofort“ – wer mit so viel Ungeduld dem Künstlersein entgegen drängt, für den scheint die Fotografie genau das richitge Ausdrucksmittel: Ein Motiv vor die Linse gestellt, abgedrückt und fertig ist das Bild. Wer sich je mit dem Medium beschäftigt hat, der lernt jedoch schnell, dass es sich nicht tatsächlich so einfach verhält. Ob durch aufwendige Arrangements, Techniken oder Nachbearbeitung, die Fotografie bietet nicht nur unzählige Möglichkeiten, sondern fordert nach Zeit und Arbeit. Mag der Titel der Ausstellung „Jetzt Sofort – Fotografie aus Berlin„, die morgen in der Neonchocolate Gallery eröffnet, zwar anderes vermuten lassen, so beweisen gerade die drei Künstler Anastasia Coyto, Maren Winkler und Mick Morely vielmehr auf vollkommen unterschiedliche Weisen, wieviele Möglichkeiten in der Fotografie stecken.

Abstimmen: „In The Belly Of A Whale“ für Webcuts 2012 Berlin Award nominiert

Einige Monate ist es her, dass wir euch die Berliner Kreativ-Doku “In The Belly Of A Whale” vorgestellt und empfohlen haben, in der Frederic Leitzke und Andreas Lamoth 16 Kreative aus der Kulturmetropole – darunter Urban Artists, Grafikdesigner, Fotografen und Galeristen – an der Spree um sich gesammelt haben, um in Interviews das Lebens- und Arbeitsgefühl, das uns hier umgibt, einzufangen, unter ihnen einige Namen, die euch bereits bekannt sein dürften: 44flavours, KLUB7, Jan „Yaneq“ Kage, die Neonchocolate Gallery, Lukas Feireiss oder auch Amos Fricke. Nach mittlerweile unzähligen Versuchen, das kreative Treiben in Berlin und anderen Metropolen zu fassen, zu stilsieren, zu persiflieren, aber auch zu perfektionieren, kamen die 54 Minuten im Bauch des Wales so überraschend authentisch daher – das sehen offensichtlich nicht nur wir so, sondern auch einige mehr, denn „In The Belly O A Whale“ würde für den Webcuts 2012 Berlin Award nominiert.

Hier ist nun eure Unterstützung gefragt: Stimmt ab! Dafür müsst ihr einfach nur dem Link folgen und den gelben Daumen für Editude Pictures drücken.

Die Doku selbst findet ihr nach dem Jump nochmal in voller Länge.

„Das Geometrische Gemüt“: Gruppenausstellung in der Neonchocolate Galerie

Spätestens seit dem Konstruktivismus hat der Sinn für Geometrie festen Eingang in die Kunst gefunden. Der klaren Ordnung verschrieben, haben sich auch zahlreiche zeitgenössische Künstler – ungeachtet des Mediums, mit dem sie kreieren. Im Falle der drei Künstler Virginia Echeverria, Mele de la Eglesia und Louis Dorado sind es vor allem Collagen und Zeichungen, in denen die geometrischen Formen auf vielfältige Weisen dominieren: Sei es anhand von Fotografien, die mit bunten Linien übermalt werden, oder Ornamenten, in denen scharfe Kanten auf weiche Rundungen und Schwarz-Weiß auf bunte Farben treffen, dabei aber immer eine gewisse Regelhaftigkeit vorherrscht. Eine Auswahl ihrer Arbeiten zeigt die Neonchocolate Galerie unter dem Titel „Das Geometrische Gemüt“ ab 14. April in ihren Räumen.

Zweiter Geburtstag: Neonchocolate Gallery feiert mit einer Auktion

Berlin hat nicht nur die höchste Dichte selbstständiger Künstler der Welt, sondern auch die meisten Galerien. Bei der riesigen Konkurrenz ist es für eine aufstrebende Galerie nicht leicht, Fuß zu fassen. Wie macht man sich einen Namen? Ohne diese Frage zu beantworten, können wir feststellen, dass die Neonchocolate Gallery es geschafft hat. Ende letzten Jahres feierte sie ihren zweiten Geburtstag und die Galeristen Oliver Toben und Uwe Neu haben sich zu diesem Anlass etwas besonderes einfallen lassen: Mit der Ausstellung COMPRESSED lassen sie die letzten zwei Jahre Revue passieren und bieten im Anschluss jedes einzelne Stück in einer Auktion zum Kauf.

Ansehen: Danny Doom vs. Flamat in der Neonchocolate Gallery

Nächste Woche, genauer gesagt in der Zeit zwischen dem 04. und 09. Februar, solltet ihr einen warmen Schal umwickeln und euch durch die sibirische Kälte nach Berlin bewegen – in der Neonchocolate Gallery werden nämlich Danny Doom und Flamat zusammen ausstellen. Wer interessiert ist, kann sich unter anderem auf Danny Dooms neueste, comicartige, teils abstrakte Figuren der Serie „it is always doomsday“ freuen. Die Reihe beschäftigt sich mit „verschlüsselten Botschaften und der Wahrnehmung des Zeitgeschehens in der Öffentlichkeit“.

Wir werden euch in nächsten Woche mehr davon berichten – nach dem Jump findet ihr zum Vorgeschmack schon einmal einen kleinen Teaser zur Ausstellung.

Ausstellung: Florian Bayer & Olivier Kugler „Schiefe Bahn / A Tea in Iran“ Neonchocolate Gallery

Ab dem 13. August sind in der Neonchocolate Gallery die ausgezeichnete Arbeiten „Schiefe Bahn“ des Illustrators Florian Bayer, ausgezeichnet mit dem LeadAward 2011 in Bronze und „A Tea in Iran“ des Illustrators Olivier Kugler, der dafür den V&A Illustration Award 2011 erhielt, zu sehen. Beide begaben sich für ihre Arbeiten auf Tuchfühlung mit einem Alltag, der uns sonst eher verschlossen bleibt. Für das Neon Magazin machte sich Florian Bayer auf in den Untergrund der Berliner U-Bahnlinie U8. Einer berlins größten Umschlagplätze für Heroin. Jedoch scheinen Polizei und Politik machtlos angesichts der Tatsache, dass die Dealer meist erst Elf Jahre alt sind, aus Ländern wie dem Libanon eingeschleuste Kinder, die zu jung sind, um vor Gericht gebracht zu werden. Florian Bayer versuchte einen Einblick in das Arbeitsleben jener Kinder zu bekommen: „Wie fühlt es sich an, den ganzen Tag im Untergrund zu sein, wie verhalten sie sich gegenüber den Junkies und der Polizei? Wie funktioniert das System, das sie so ausnutzt? Bleibt da noch ein Funken Kindheit, oder sind sie schon so abgebrüht wie ihre Bosse?“

„Olivier Kugler reiste einen Monat lang durch den Iran. Dabei traf er den LKW Fahrer Massih, der ihn auf eine Drei-Tage-Fahrt nach Kish, einer kleinen Insel im Persischen Golf einlud. Für das französische Magazin ‚XXI‘ entstand so das 30seitige illustrierte Journal ‚Un Thé en Iran': ein Portrait über Massih und seine Reise.“

Eine Vernissage der Ausstellung ist am 13. August ab 19 Uhr. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 18. August.

Ausstellung: Philipp Zurmöhle „Happiness and other Monkeys“ in der Neonchocolate Gallery

Morgen, am Samstag den 19.Februar, eröffnet in der Neonchocolate Gallery die Ausstellung „Happiness and other Monkeys“ von Philipp Zurmöhle. Dieser zeigt dort eine Serie gezeichneter Affenportraits, neben Bildern mit abstrakteren, durch Grafiti-inspirierte Formen. „Die naturalistisch dargestellten Tiere haben meist einen energischen Ausdruck, der im Kontrast zu ihren leeren fast seelenlosen Augen steht. Einen zusätzlichen Kontrast bieten seine abstrakten Bilder, die inspiriert sind von der Urban Art Bewegung und der Ästhetik von farbenfrohen Comics.“

Aufgewachsen in Hannover, studierte Philipp Zurmöhle Visuelle Kommunikation, war zwei Jahre in Oslo als Grafikdesigner tätig und gestaltet nun hauptberuflich Illustrationen für Bekleidung bei adidas Performance. Derzeit lebt und arbeitet er in Nürnberg. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit als Designer, produziert er zudem noch eigene Musik. Nach bereits einigen vorherigen Gruppen- und Einzelausstellungen wurde Philipp Zurmöhle im Jahr 2006 mit dem iF concept award communication im Bereich digital media ausgezeichnet, sowie mit dem zweiten Platz beim norwegischen Visuel Award 2009. Im vergangenen Jahr wurde er für den Designpreis Deutschland nominiert.

Die Ausstellung „Happiness and other Monkeys“ eröffnet morgen, um 19 Uhr, in der Lychener Str. 23 und ist dann bis zum 25. Februar geöffnet. Einen Einblick in des Künstlers Portfolio gibt es nach dem Jump…